Maria Stuart von Schiller Zusammenfassung & Inhaltsangabe

Friedrich Schillers klassisches Drama „Maria Stuart“, geschrieben und uraufgeführt in den Jahren 1799/1800, beschäftigt sich mit dem Leben und Sterben der gleichnamigen Königin von Schottland. Der erste von fünf Akten spielt in Fotheringhay, im Gefängniszimmer der Protagonistin, die im Verlauf dieses ersten Aufzugs wegen Hochverrats zum Tode verurteilt wird. Kurz zuvor hatte Maria Stuart ihren Bewacher, Amias Paulet, um eine Unterredung mit der Königin gebeten, um bei dieser noch einmal Gnade zu erbitten. Doch auch nach dem Schuldspruch ist Maria Stuart nicht bereit, das Urteil zu akzeptieren, während dem Leser bald bewusst wird, dass die Todesstrafe für sie von Königin Elisabeth in voller Absicht herbeigeführt wurde. Weil die Königin jedoch fürchtet, dass das der Allgemeinheit klar werden könnte, entscheidet sie sich dagegen, Maria öffentlich hinrichten zu lassen – stattdessen beschließt sie, die schottische Königin heimlich ermorden zu lassen.

Im zweiten Akt spitzt sich die Lage zu, als Elisabeth ihren Gefolgsmann Mortimer mit der Ermordung Marias beauftragt. Die Königin nämlich ist voller Angst, dass Maria Stuart, wenn sie nicht umgebracht wird, ihren Anspruch auf die englische Krone geltend machen könnte. Mortimer jedoch stimmt nur vordergründig zu, während er mit Robert Dudley, Graf von Leicester und gleichzeitig Elisabeths Geliebter, die Gefangene befreien will. Doch da sie nicht übereinkommen, wie das zu bewerkstelligen sei, scheitert der Plan. Immerhin gelingt es ihnen, die Zustimmung der Königin zu einem Treffen mit Maria Stuart einzuholen.

Der dritte Aufzug sieht eine hoffungsvolle Maria Stuart, deren Haftbedingungen nun erleichtert worden sind. Ihre Zuversicht, dass sie sich mit Elisabeth treffen darf, lässt sie glauben, dass sie nun doch aus dem Gefängnis entlassen werden wird. Doch die Hoffnung endet jäh, als sich die beiden Frauen im direkten Gespräch begegnen, das in einer Auseinandersetzung endet. Weil Mortimer ihr jedoch weiterhin Mut macht, dass sie befreit werden wird, setzt Maria all ihr Vertrauen in dessen Aussagen. Mortimer hatte das Gespräch der Königinnen heimlich belauscht, jetzt gesteht der der Schottin, dass er sie liebt und offenbart ihr seinen Plan. Dieser sieht vor, eine Intrige am Hofe zu spinnen und die entscheidenden Personen zu ermorden, was Maria Stuart allerdings strikt ablehnt. Dann macht mit einem Mal die Kunde der Ermordung der Königin die Runde, was sich aber alsbald als Falschmeldung erweist, wie Mortimer erfahren muss. Geknickt entschließt er sich, seinem Schicksal zu harren, anstatt zu fliehen.

Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh, Großschatzmeister und Berater von Elisabeth, gerät im vierten Akt in einen Streit mit Graf Leicester. Burleigh ist für die Hinrichtung Marias, und Mortimer will den Grafen warnen, woraufhin dieser seine Doppelgesichtigkeit zeigt und verrät Mortimer, der sich daraufhin selbst tötet. Elisabeth verlangt nun von Baron und Graf, die Exekution Marias zu vollstrecken, während sie das Urteil nun auch offiziell unterschreibt.

Der fünfte Akt beginnt mit der zum Tode verurteilten Maria, die betend ihre Hinrichtung erwartet. Sie beichtet ihre Sünden und begibt sich daraufhin zum Schafott. Unterwegs passiert sie Graf Leicester, dem sie Glück in der Beziehung zu Königin Elisabeth wünscht. Übermannt von Marias Edelmut, sackt der Graf in sich zusammen, als Maria Stuart enthauptet wird. Genau zu diesem Zeitpunkt ereilt Elisabeth, die bei der Exekution nicht anwesend ist, die Nachricht, die die Unschuld von Maria Stuart bezeugt. Die Königin lässt nun den Baron von Burleigh in Haft nehmen – da sie so tut, als sei sie immer eine Gegnerin der Hinrichtung gewesen, erhofft sie sich durch die Abwendung von Burleigh Glaubwürdigkeit. Weil ihre Berater dieses doppelte Spiel nicht mehr länger mitspielen wollen, treten sie von ihren Ämtern zurück; Graf Leicester flieht über den Ärmelkanal nach Frankreich. Zurück bleibt eine aufgrund ihres Handelns von allen verlassene, einsame Königin Elisabeth, die eine Unschuldige auf das Schafott brachte.

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