Friedrich Schiller – Lebenslauf & Biographie

Inhaltsverzeichnis:

  1. Kindheit, Jugend & Ausbildung
  2. Flucht, Heirat und Professur
  3. Schillers letzte Jahre in Jena und Weimar (1794-1805)
  4. Friedrich Schillers Freundschaften
  5. Schillers Werke
  6. Schiller als Mensch

1. Kindheit, Jugend & Ausbildung

Johann Christoph Friedrich Schiller, genannt Friedrich Schiller wurde am 10.11.1759 in Marbach am Neckar geboren. Sein Vater Johann Caspar war Soldat der herzoglich- württembergischen Armee. Zu seiner Familie zählte außerdem seine Mutter Elisabeth Dorothea, seine ältere Schwester Christophine und später noch zwei weitere Schwestern. Als Schiller 5 Jahre alt war, zog er mit seiner Familie nach Lorch, wo er die Dorfschule besuchte. Schiller war ein guter Schüler und so bekam er kurz darauf Lateinunterricht von Pfarrer Moser, der von Schiller sehr bewundert wurde. Schiller verewigte ihn in seinem ersten Drama. Aufgrund von finanzieller Not ließ sich Schillers Vater nach 2 Jahren von Lorch nach Ludwigsburg versetzen, wo der Herzog Carl Eugen, residierte, unter dessen Macht er stand.

Friedrich Schiller

Friedrich Schiller

1773, mit 14 Jahren, trat Schiller auf Wunsch Carl Eugens, der „Militär- Pflanzschule“ auf der Solitude in Stuttgart bei. Damit endete seine Kindheit und er musste sich einer sieben Jahre langen Erziehung nach den Vorstellungen Carl Eugens unterwerfen. Der Junge las heimlich Werke von Shakespeare, Klopstock, Lessing und Goethe und schrieb einige Gedichte und Szenen die erst später veröffentlicht oder bekannt wurden.

Schiller studierte zuerst Jura, brach er dies nach zwei Jahren ab und studierte Medizin auf Befehl Carl Eugens. Schiller gefiel sein neues Fach nach einiger Zeit, denn seiner Meinung nach war keine Wissenschaft „der Poesie verwandter“. Er belegte ein Philosophie- Seminar, dass ihm Moral und Ästhetik lehrte. In dieser Zeit, um 1777 schrieb er die ersten Szenen seines ersten Dramas „ Die Räuber“.

2. Flucht, Heirat und Professur

Nach sieben Jahren auf der „Militär- Pflanzschule“, die später übrigens „Hohe Karlsschule“ hieß, wurde er entlassen und er arbeitete als Militärarzt in Stuttgart, jedoch stand er immer noch unter der Hand des Herzogs. Heimlich schrieb er an seinem ersten Werk „ Die Räuber“, das er dann anonym 1781 veröffentlichen ließ. Dieses Drama erreichte die Menschen und sie waren hellauf begeistert. Schiller schrieb sein Drama im Auftrag des Intendanten des Mannheimer Nationaltheaters in eine Theateraufführung um, welche ebenfalls große Begeisterung weckte. Zu der Uraufführung seines Werkes unternahm er eine unerlaubte Ausfahrt nach Mannheim, welche ihm 14 Tage Haft einbrachte. Es war eine angespannte Lage, die sich zuspitzte, als der Herzog bemerkte, dass sich Schiller im 2. Akt „der Räuber“ negativ über die Graubündner äußerte, was ihm missfiel. Er verbot dem aufsteigenden Dichter das Schreiben, daraufhin beschloss Schiller mit seinem Freund nach Mannhei m zu fliehen. Nachdem er ein Jahr in der Region Frankfurts umherreiste, kehrte er nach Mannheim zurück, wo er vom Intendanten des Nationaltheaters einen Einjahres- Vertrag als Theaterdichter bekam. Für Schiller, der von Schulden geplagt war, war das die Chance. Allerdings erkrankte er kurz darauf an einer Art von Malaria, dem „kalten Fieber“. Trotzdem schrieb er eifrig weiter und kurierte seine Krankheit nicht aus, was auch mit Einfluss auf seine spätere Gesundheit hatte. Er lernte durch Bekannte den Herzog von Sachsen- Weimar kennen, dem der erste Akt seines neuen Stückes („Don Carlos“) so gefiel das in den „Weimarischen Rat“ kam.

Mittlerweile (1784) wurden seine Werke „Fiesco“ und „Kabale und Liebe“ mit großem Erfolg aufgeführt. Endlich konnte er an den Erfolg, den er mit dem Räuber hatte, anknüpfen.

Die nächsten Jahre betrieb Schiller die Kant- Studien und dichtete. Während dieser Zeit freundete er sich mit Charlotte von Lengenfeld an, und es entstand ein reger Briefwechsel. Nach einem Jahr verlobte sie sich und 1790 heirateten in Jena. In dieser Zeit fand auch seine erste Begegnung mit dem Dichter Johann Wolfgang von Goethe statt, der von Schiller sehr verehrt wurde. Allerdings verstanden sich die beiden nicht auf Anhieb gut, erst später entstand eine enge Freundschaft. Durch Empfehlungen unter anderem durch Goethe, wurde Schiller zum Professor der Geschichte und Philosophie an der Universität in Jena ernannt. Dort gab er 1789 seine erste berühmt gewordene Vorlesung „ Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“. Diese Vorlesung wurde reichlich besucht, die nächsten allerdings weniger, da der neue Professor kein guter Redner war.

3. Schillers letzte Jahre in Jena und Weimar (1794-1805)

1792 wurde Schiller aufgrund seiner „Räuber“ zum Ehrenbürger der französischen Republik. Bei einer Reise in seine alte Heimat den Schwaben, bekam seine Frau ihr erstes Kind, namens Karl Friedrich Ludwig. Ihm sollten noch 3 Kinder folgen.

Schiller entschloss sich ein Magazin zu veröffentlichen „ Die Horen“. Dafür wollte er viele damals bekannte Schriftsteller, Denker und Dichter gewinnen, so auch Goethe und Humboldt. Das Journal enthielt unter anderem Schillers „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“. Allerdings blieb der Erfolg des Journals mäßig und so wurde die Zeitschrift nach drei Jahren wieder abgesetzt. Während Schillers letztem Lebensjahrzehnt, brachte er eine ungeheure Energieleistung auf, um einige Stunden zu arbeiten, denn er war sehr krank. abzuringen. Über seinen instabilen Gesundheitszustand, schrieb er oft in seinen 1011 Briefen, die er mit Goethe wechselte. Die beiden verfassten 1796 die „Xenien“, in denen sie literarische Missstände verspotteten.

Erst 1799 zog Schiller nach Weimar und zog erst 3 Jahre später, in das heutige Schillerhaus, indem noch heute Orginalmöbelstücke ,von Schiller stehen. Im selben Jahr wurde ihm der Adelstitel verliehen und er durfte sich „ Friedrich von Schiller“ nennen. Als Schiller Anfang Mai 1805 einen Theaterbesuch machte, und dort Goethe traf, wussten beide nicht, dass es das letzte Zusammentreffen gewesen war, denn am 9.05.1805 starb Schiller. Schiller wurde zuerst im Kassengewölbe des Friedhofs in Weimar beigesetzt, wurde aber später in die Fürstengruft überführt, wo er nun neben Goethe ruht. Seine vielen Krankheiten hatten ihn im Alter von 35 Jahren sterben lassen, und verhinderten, dass er noch weitere Werke schreiben und den Schatz der deutschen Literatur vergrößern konnte.

4. Friedrich Schillers Freundschaften

Schiller hatte zu seiner Lebzeit viele Freunde. Die meisten begleiteten ihn aber nur in verschieden Phasen seines Lebens. Seine engsten Freunde waren: Christian Körner, und nach einiger Zeit auch Goethe.

Christian Körner

Christian Körner nahm durch die Dichterkunst Schillers, Kontakt zu ihm auf und es entstand ein stetiger Briefwechsel. Schiller erzählte seinem Freund alles. Er war wie ein Tagebuch für ihn. Einiger dieser Briefe wurden, da Schiller über poetische Themen schrieb, bekannt. Der bekannteste dieser Briefe war „ Über die ästhetische Erziehung des Menschen“, welches später in den „Horen“ veröffentlicht wurde. Es wird auch vermutet, dass Körner Schiller Geld zusteckte und seine Schulden teilweise beglich.

Johann Wolfgang von Goethe

Das Verhältnis der beiden war zu Anfang nicht besonders gut. Aber nachdem sie im Jahre 1794 ein Gespräch über die Urpflanze führten wurde ihr Verhältnis enger. Schiller besuchte Goethe gelegentlich in Weimar. Goethe schrieb auch für die Zeitschrift „Die Horen“, die Schiller gemeinsam mit Wilhelm Humboldt herausgab. Die Arbeit an den „Horen“ führte die beiden nahe zusammen und der endgültige Freundschaftsbund wurde geschlossen. Ab diesem Zeitpunkt teilten sie ihre Gedanken und schreiben sich gegenseitig Briefe. Zusammen bildeten sie die „ Weimarer Klassik“.

Goethe war dann nach dem frühen Tod seines Freundes tief bestürzt, denn ihre Freundschaft dauerte nur von 10 Jahre.

5. Schillers Werke

Sein erstes Gedicht schrieb Schiller mit 10 Jahren und mit 13 Jahren sein erstes Theaterstück. Seit diesem Zeitpunkt an schrieb er stetig, ob allein, mit Freunden, erlaubt oder unerlaubt. Sein erstes großes Werk begann er bereits als Jugendlicher, und er veröffentlichte es als er 22 Jahre alt war. Es waren „die Räuber“. In diesem drückt er deutlich aus, dass er Dies war ein großer Erfolg und so folgte einige Jahre später „Das Fiesco zu Genua“ und „Kabale und Liebe“ , ebenfalls mit Erfolg. Eines seiner bekanntesten Werke war die „Wallenstein- Trilogie“. Dabei wurde der Stoff in 3 verschiedene Stücke aufgeteilt. In „Wallensteins- Lager“, „Piccolomini“ und „Wallensteins- Tod“. Wie auch viele seiner anderen Werke spielt „ Wallenstein“ zwischen 1550 und 1650, in der Zeit der niederländischen Befreiungskriege gegen die Spanier und des Dreißigjährigem Krieg. Auch „ Don Carlos“ und „ Maria Stuart“ spielen in dieser Zeit. Bei „Maria Stuart“ vollzog Schiller die Veränderung von historischen zum poetischen Drama. Er veränderte also den historischen Befund. Da Schiller von einer Wohnung in Ludwigsburg den Exerzierplatz sehen konnte, bekam er viele Eindrücke vom Soldatenleben, die er in „ Wallensteins Lager“ und „Kabale und Liebe“ niederschrieb. 1797 war das Balladenjahr“. Goethe und Schiller schrieben im Wetteifer viele populäre Werke. Nachdem Goethe zu Anfang verächtlich auf Schillers Werke herabschaute, lobte er ihn immer mehr, und dies tat dem immer krank zu scheinendem Dichter gut. Im „ Balladenjahr“ entstanden „Der Handschuh“, „der Taucher“ und „Die Bürgschaft“ und viele weitere bekannte Gedichte. 1804 erschien „ Wilhelm Tell“, als wohl bestes Werk Schillers, zumindest erzielte es den größten Erfolg. In „Wilhelm Tell“ geht es um den …..Mann Wilhelm Tell der Gefangen genommen wird. Um sich „freizukaufen“ muss mit Pfeil und Bogen einen Apfel vom Kopf seines Sohnes schießen, er schafft dies, allerdings sagt er dann dem Landvogt, dass der zweite Pfeil für ihn bestimmt sei. Dieser erbost sich darüber, und lässt ihn wieder verhaften. Sein letztes Werk war der „ Demetrius“, allerdings blieb er unvollendet.

Schiller galt lange eigentlich immer als der Dramatiker der „Räuber“. Dabei wollte er viel lieber Lyriker sein. Doch Schiller kritisierte in all seinen Werken die Gesellschaft. Er wollte „ die verlorene Natur des Menschen vor Augen“ führen. Er bediente sich dabei an historischen oder geschichtlichen Ereignissen wie z. B. der Französischen Revolution. Seiner Meinung nach war diese gescheitert, als die Aristokraten guillotiniert worden, denn nur mit der „ästhetischen Erziehung des Menschen“ konnte Ordnung herrschen.

„Schillers Werk […] ist in einer Zeit weltgeschichtlicher Erschütterung entstanden, die das Europa des Absolutismus aufhoben und das Jahrhundert der Demokratie, der individuellen und humanen Freiheit und der Revolution einleiteten.“ (Quelle: http://www.focus.de/kultur/buecher/tid-16140/friedrich-schiller–wie-der-arme-mann-so-lange-hat-leben-koennen_aid_452600.htmll)

6. Schiller als Mensch

Schiller wurde als schlanker, blasser, rothaariger, sommersprossiger Junge beschrieben, der schnell wuchs, was noch ein Grund für seine späteren Krankheiten sein konnte. Schiller war ein sensibler Mensch, der sich nach Freiheit sehnte. Diese Freiheit wurde ihm in der Jugend, auf der Militärschule genommen, und er konnte sich aus seiner „Gefangenschaft“ nur durch seine Flucht aus Ludwigsburg/Stuttgart befreien. Vielleicht setzt er sich auch deshalb in seinen Werken so für die Freiheit ein. Er war ein Aufrührer, ein Rebell, der allerdings zu einer Zeit lebte, in der es gefährlich war, seine Meinung frei zu äußern, und so tat er dies durch Schreiben.

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