Lippenblütler

Dies ist Teil 1 der Lippenblütler. Hier gehts zu Teil 2: Lippenblütengewächse.

Name der Pflanzengruppe

(lat. und deutsch):

  • Deutsch: Lippenblütler oder Lippenblütengewächse
  • Lateinisch: Labiatae oder Lamiaceae

Stellung im Pflanzensystem (vom Allgemeinsten zum Spezifischsten):

  1. Abteilung: Spermatophyta (deut. Samenpflanzen)
  2. Unterabteilung: Angiospermae (deut. Bedecktsamige Pflanzen)
  3. Klasse: Dicotyledoneae (deut. Zweikeimblättrige Pflanzen)
  4. Unterklasse: Asteridae (deut. Asternähnliche)
  5. Ordnung: Lamiales (deut. Lippenblütlerartige)
  6. Familie: Lamiaceae (deut. Lippenblütler)

Charakteristische Eigenschaften

Die markantesten Erkennungsmerkmale aller Lippenblütler sind die Lippenblüten mit Ober- und Unterlippe. Hierbei gibt es oft Blüten, bei denen nur die Unterlippe voll ausgebildet und die Oberlippe zurückgebildet ist. Meistens besitzen die Vertreter der Lippenblütengewächse 5 Kronblätter, sind also fünfzählig, wobei in der Regel die zwei (oberen) Kronblätter zur Oberlippe und die drei (unteren) zur Unterlippe zusammengewachsen sind. Die Kelchblätter sind zu 5 verwachsen (= 5-zipflig) und radiär (d.h. eine 5-zähnige Röhre ergebend) oder (meistens) zygomorph (= zweilippig) angeordnet.

Die Lippenblütler gehören allgemein zu den Pflanzen mit zygomorphen Blüten, d.h. diese sind spiegelsymmetrisch , bzw. Ober- und Unterteil der Blüte sind verschieden. Die Blüte besitzt (nur) eine Symmetrieachse, durch welche sie sich in zwei spiegelgleiche Hälften teilt.

Alle Blüten der Lippenblütengewächse sind winzig bis mittelgroß. Hierbei sind sie einzeln oder im Gesamtblütenstand blattachselständig (d.h. direkt an der Blattachse) in dichten Thyrsen, d.h. Scheinquirlen vorhanden.

Die Blütenfarbe der Vertreter der Familie können sowohl weiß, gelb, rot, rosa oder purpurn, blau, lila oder violett sein.
Außerdem besitzen sie einen 4-kantigen Stängel, an dem die Laubblätter meist gegenständig (hier: kreuzgegenständig), gestielt und sitzend angeordnet oder (seltener) quirlständig sind.

Die Blattspreite der Lippenblütler ist gelegentlich gefiedert, häufiger jedoch ungeteilt. Nebenblätter fehlen vollständig. Der Blattrand ist ganz, gekerbt, gezähnt oder gesägt.

Das Gynoecium (d.h. die Gesamtheit aller weiblichen Geschlechtsorgane) besteht aus einem Fruchtknoten, der synkarp ist, d.h er ist nach der Fächerung gekammert. Hierbei ist er durch falsche Scheidewände in vier Kammern unterteilt. Die Vierteilung des Fruchtknotens ist bereits während der Blütezeit erkennbar, diese nennt man Klausenfrucht. Der Fruchtknoten ist oberständig (= hypogyner Blütenaufbau). Er besitzt einen Griffel und zwei Narben.

Das Androecium, d.h. die Gesamtheit aller männlichen Geschlechtsorgane, ist in der Regel beschränkt auf zwei Staubblattkreise, welche mit den Petalen (= Kronenblätter) am Grunde verwachsen sind und diesen gegenüberstehen.

Die Pflanzen der Lippenblütler sind meistens zwittrig (d.h. die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane sind an einer Pflanze). Manchmal sind sie auch diözisch (d.h. zwei-häusig: jede Blüte ist eingeschlechtlich/männliche und weibliche Organe sind an getrennten Blüten) oder gynodiözisch (d.h. Individuen mit weiblichen und Individuen mit zwittrigen Blüten sind vorhanden). Sehr selten sind sie polygamomonözisch (d.h. Pflanzen mit männlichen, weiblichen und zwittrigen Blüten), entemophil (= Entemogame = Insektenblumen; d.h. die Bestäubung erfolgt durch Insekten; z.B. beim Salbei durch Hummeln) oder ornithohil (Ornithogame = Vogelblumen; d.h. die Bestäubung erfolgt durch Vögel).

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